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Künstler des Monats Oktober 2012 Carlo Cazals

Verfasst von Ivo Haarmann am Mittwoch, 05 September 2012. Veröffentlicht in Künstler des Monats

Jeden Monat küren wir einen herausragenden Künstler - diesmal: Carlo Cazals

Künstler des Monats Oktober 2012 Carlo Cazals

Nach einer eingehenden und ausführlichen Betrachtung seines Schaffens, haben wir uns dazu entschlossen, Carlo Cazals zum Künstler des Monats Oktober zu küren. Kunst zu schaffen heißt nicht ein vermeintliches Abbild der Realität zu produzieren. Vielmehr geht Kunst weitaus tiefer. Sie sollte nicht nur an der Oberflächlich und der Fassade kratzen, sie muss tiefer gehen. Und genau diese Auseinandersetzung mit der Seele ist Schwerpunkt der Werke von Carlo Cazals. Cazals setzt sich mit der inneren Bestimmung des menschlichen Wollens auseinander und bringt die tiefgründige Dämonie, die in jeder Seele verborgen liegt, ans Licht.

Carlo Cazals wurde mit einer Doppelbegabung geboren: Malen und Gesang. Beide Talente förderte er in gleichem Masse in langjährigen Studien. Cazals ist ausgebildeter Tenor. Gerade diese Doppelbegabung verleiht ihm einen großen Vorteil in Vergleich zu anderen Künstlern, denn ohne die Musik würden seine Werke mit Sicherheit einen großen Teil ihrer außerordentlichen Expressivität einbüßen.

Die Musik spielt im Leben des Künstlers neben der Kunst eine große Rolle. Konzerte an der Volksbühne Berlin, im Dornröschen in Nejmegen und im Paradiso sind nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem musikalischen Schaffen. Cazals singt auf Veranstaltungen, auf Festen und in Kirchen und das mit der Inbrunst eines Gestrandeten. Enrico Caruso ist dabei sein großes Vorbild und seine Palette reicht von Gospel über Country bis hin zur Oper.

Cazals Kunstwerke sind dabei genauso vielfältig wie die inneren Dämonen in jedem von uns und es ist nicht möglich, sie einer speziellen Stilrichtung zuzuweisen. Stattdessen können Cazals Werke dem Surrealismus, dem Psychologisch - Phantastischem Realismus als auch dem Expressionismus zugeordnet werden. Doch auch Psychogramme und Satiren gehören zum Gesamtwerk des Künstlers.

Skuriller Irrationalismus

Cazals entwickelte sämtliche dieser Stilrichtungen weiter und setzte sich viele Jahre mit der inneren Bestimmung des menschlichen Wollens auseinander. Aus diesem Prozess heraus, war es Cazales möglich, seinem Schaffen einen Namen zu geben. Die Bezeichnung Skurriler Irrationalismus war als Oberbegriff seines Schaffens entstanden. Eine ganz eigene Stilrichtung, die das Hauptanliegen, das er in allen seinen Werken verfolgt und ans Licht bringen will, zusammenfasst: Die tiefgründigen, seelischen Dämonen und der grenzenlose Leidensweg des Menschen.

Betrachtet man Cazales Vita, kommt man nicht umhin, an die alten Meister zu denken. Aufgewachsen in Hamburg St. Pauli in ärmlichen Verhältnissen erhielt er für seine künstlerischen Ambitionen keinerlei Verständnis oder Unterstützung. Sowohl der Vater als auch der Großvater waren Seemänner. Doch er hat zu seinen Ambitionen gestanden und sein künstlerischen Ziel beharrlich verfolgt. Das Kunst dabei tatsächlich eine brotlose Kunst ist, hat er über viele Jahre am eigenen Leib erfahren und hielt sich zumeist mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Seine Schule war das Leben und so hat sich seiner eigenen Angabe nach durchs „Leben studiert“, „den Menschen ins Gesicht gesehen und daraus seine Lehren gezogen“: Diese Lehren und Erkenntnisse bedeuten für Cazales wahren Reichtum.

Geprägt wurde Cazales auch durch die vielen Jahren, in denen er seine Lehrerin Getrud Prisch gepflegt hat. Er selbst bezeichnet diese Erfahrung als „eigentliche Schule“.

Cazales permanente Selbstreflektion ist der Antrieb seines Schaffens und der Anspruch an seine Arbeit ist groß. Dabei besitzt er tatsächlich den durchaus gesunden Wahnsinn, sich selbst bereits zu Lebzeiten als Genie zu bezeichnen.

Denn die unablässige Reflektion seiner selbst ist endlos, rastlos, gleichzeitig jedoch der ureigene Antrieb für den Schaffenden. Carlo Cazals’ Anspruch an sich und seine Arbeit ist hoch. Und er besitzt den gesunden Wahnsinn, sich Genie zu nennen. Noch zu Lebzeiten.

Was zeichnet die Kunst von Carlo Cazales aus?

Es besteht kein Zweifel, sämtliche Gemälde Cazales zeichnen sich durch expressive und kraftvolle Farben aus, die zwischen Figuration und Abstraktion changieren. Der Interessenfokus liegt dabei auf dem Unterbewußten, der Seele, auf Kräften, die jenseits jedes rationalen Verständnisses liegen und den Menschen ansich in Frage stellen. Der Betrachter soll innerlich bewegt und aufgerüttelt werden.

Jahrzehntelange Übung im Zeichnen hat sich in Cazales Unterbewußtsein derart eingebrannt, dass seine Werke schon nahezu durch Naturkraft entstehen. Cazals sieht sich hierbei als Seismograph, der seine inneren Erschütterungen gestalterisch auf den Punkt bringt.

Bevorzugt malt er mit Acrylfarben, doch auch Zeichnungen zählen zu seinem Schaffenswerk. Besonders bemerkenswert ist, dass der Künstler in manchen Fällen seine Werke unterhalb des Bildteils mit skizzenhaften Notizen versieht. Aussagen wie „Bildung ist, wer etwas merkt – oder nicht merkt“ oder auch „Wir sind weit entfernt zu ahnen, was wir mit Vaterfigur meinen“ führen gerade auf Vernissagen dazu, die Betrachter noch eindringlicher zum Denken anzuregen.

Sein Stil überspringt jegliche Natürlichkeit der Dinge. Cazales setzt gleich beim Erhabenen an und macht damit deutlich, dass es ihm definitiv nicht um eine plumpe Wiedererkennung geht, sondern um Bedeutung und Geist.

Cazals Zeichnungen erscheinen optisch konträr zu den großen Formen und Farbflächen auf seinen Acrylgemälden. Die Zeichnungen sind mit feinsten Strichen sorgfältig komponiert. Auch hier stehen surreale Themen im Vordergrund. Die Zeichnungen erscheinen zumeist grotesk, surreal und bestechen doch durch eine extreme Tiefgründigkeit und Poetik. Ins Auge sticht der Hang zu verspielten Details,

an denen man sich in der Tat kaum satt sehen kann. Gesellschaftskritik, Spott und Ironie blitzen in den geheimnisumwobenen, überraschenden Kompositionen aus Fabelwesen, Trollen, Menschen, Tieren, Körperteilen Engeln und Gegenständen hervor. Skurriler Irrationalismus in seiner Reinform.

Cazals malt all das, wovon andere träumen. Er gibt seinen Gedanken, Phantasien, Ängsten, Alltagslasten und dem tiefen Seelenleben einen Ausdruck. Dabei erscheint Cazals selbst als ein sehr introvertierter Mensch, der sich am liebsten sich selbst und seiner Kunst widmet.

Es besteht kein Zweifel, Carlo Cazals hat es definitiv verdient, der Künstler des Monats Oktober zu sein. Mit seinem Schaffen bringt er Tiefe in eine zumeist oberflächliche Welt, die durch Glanz und Glitter die Abgründe der Seele oftmals vergessen lässt. Cazals hält uns mit seinen Werken einen Spiegel vor, er weckt auf und regt dabei an über unser eigenes Seelenleben nachzudenken. Dabei sind nicht nur die Augen und ästhetisches Empfinden gefragt, sondern vielmehr ein scharfer Verstand. Will man Cazals Bilder verstehen, muss man die Bereitschaft mitbringen, sich auf diese und ihren tiefen Aussagehalt einzulassen.

 

 

zur Online Kunstgalerie von Carlo Cazals

 

Carlo Cazals

Der Künstler Carlo Cazals

 


Wie immer haben wir 10 Fragen zusammengestellt, die wir dem Künstler gestellt haben, um einen Einblick in Ihr Wesen und Ihr Schaffen zu bekommen. Carlo Cazals war so freundlich uns ein Exklusiv-Interview zu geben, welches wir hier wiedergeben möchten:

1. Wie kamen Sie zur Malerei? (Gab es ein Schlüsselerlebnis oder ist es Ihnen ein inneres Bedürfnis. Seit wann malen Sie)
Ich fing mit 3 Jahren an zu malen, mein Patenonkel stellte mir in seiner Wohnung einen Schreibtisch zur Verfügung, hier sollte ich malen. Meine Phantasie schrieb mir vor, ein bedeutender Maler und Sänger zu werden.

2. Welchen Stellenwert nimmt die Kunst in Ihrem Leben ein? Malen Sie eher für Sich oder für Andere?
Ich male im Sinne eines Dieners der Schöpfung. Die Kunst nimmt in meinem Leben den ersten Stellenwert ein.

3. Welche Inspiration brauchen Sie beim Malen? (Malen Sie aus einer Stimmung, einer Situation oder einem Erlebnis heraus)
Ich brauche eine hochgeistige Umgebung, bin Sammler von Antiquitäten. Ich male aus Minderwertigkeitskomplexen heraus.

4. In welcher Stilrichtung würden sie ihre Kunstwerke ansiedeln und was beutetet diese Ausdrucksart für Sie?
Ich habe vom altmeisterlichen bis hin zur Moderne gearbeitet, um daraus meinen eigenen Stil, den “Skurrilen Irrationalismus” zu entwickeln. Siehe Anhang; Cazals Gedanken zu seinen Werken

5. Wie entwickeln sie Ihre Motive? Erzählen sie uns etwas über den Entstehungsprozess und die Auswahl ihrer Motive.
Durch Intuition. Befreiung innerer Qualen und als Zeitspiegel.

6. Können Sie uns die verwendete Maltechnik und Farbauswahl Ihrer Kunstwerke näherbringen?
Primitivste Ausdrucksmittel und Untergründe.

7. Was unterscheidet Ihre Kunst / Techniken von anderen Künstlern?
Eine ausgeprägte Morbidität und demütig fromme Haltung.

8. Welches Ihrer eigenen Kunstwerke bedeutet Ihnen persönlich am Meisten und warum?
Die hochdramatischen Werke, weil ich mich damit indentifizieren kannl.

9. Wenn Sie sich drei Kunstwerke aller Museen dieser Welt für Ihre Räumlichkeiten / Wohnung aussuchen könnten - welche wären es?
Drei Altersbildnisse von Rembrandt

10. Wo, wann und wie kann man Ihre Kunst besichtigen? (Gibt es aktuelle Ausstellungen)
Nur in Internetgalerien, z.B. www.shopart.com/cazals und www.CarloCazals.com und www.cazals.artists.de und vieles mehr ist zu sehen und zu hören, wenn man Carlo Cazals bei Google eingibt.
Aktuelle Ausstellungen gibt es leider nicht.


„Skurriler Irrationalismus“

Hinter Carlo Cazals künstlerischen -mathematisch durchdachten Kompositionen steht der Gedanke, dass die Seele den Menschen zu dem macht, was ihn vom Monster unterscheidet. Skurril, eigenwillig sind seine Bilder, die er einem Irrationalismus, dem emotionalen und intuitiven Gewissenserlebnis zuordnet. Cazals setzt sich mit der inneren Bestimmung des menschlichen Wollens auseinander. Carlo Cazals wurde mit einer Doppelbegabung geboren: Gesang und Malen. Beide Begabungen vertiefte er in langjährigen Studien, Auslandsaufenthalte in Italien und Frankreich - auch in einem römischen Kloster - , und durch besessenes Arbeiten. Auf dem Gebiet der Malerei entstanden dabei Werke, die dem Expressionismus, dem Surrealismus, dem Psychologisch - Phantastischem Realismus zuzuordnen sind, aber auch Psychogramme und Satiren. Aus letztgenannten Stilrichtungen und der selbständigen Forschung und Weiterentwicklung prägte Cazals den Skurrilen Irrationalismus als Begriff seines Schaffens. Hauptanliegen: Cazals`ens Schaffen setzt sich mit dem unermesslichen Leidensweg des Menschen auseinander. Seelisch tiefgründige Dämonie umspinnt sein Werk; teils verworren wie Wurzelwerk, aus dem zarte Sprosse ans Lebenslicht drängen und zu Blättern und Knospen werden.


 
Hier sehen Sie einen Auszug von Kunstwerken, die uns besonders angesprochen haben.

1. Kunstwerk - Rotes Bein:

Rotes Bein

 


2. Kunstwerk - Zwie Mädchen mit Hund:

 

Zwei Mädchen mit Hund

 


3. Kunstwerk - Erinnerung an Paris:

Erinnerung an Paris

 Erinnerung an Paris


 

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