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Künstler des Monats November 2012 Sabine Koschier

Verfasst von Ivo Haarmann am Sonntag, 21 Oktober 2012. Veröffentlicht in Künstler des Monats

Jeden Monat küren wir einen herausragenden Künstler - diesmal: Sabine Koschier

Künstler des Monats November 2012 Sabine Koschier

Nach einer eingehenden und ausführlichen Betrachtung seines Schaffens, haben wir uns dazu entschlossen, Sabine Koschier zum Künstler des Monats November zu küren.

Wir freuen uns Ihnen unserer Künstlerin des Monats November vorstellen zu dürfen: Sabine Koschier. Besonders ihre Serie „Endangered – schau mir in die Augen, Mensch“ hat uns sehr beeindruckt und überzeugt. Sabine Koschiers künstlerischer Schwerpunkt liegt schon seit einigen Jahren auf der Abbildung bedrohter Tierarten. So ist es einerseits die Detailtreue und Ihre künstlerische Fertigkeit, die uns überzeugt hat - aber noch stärker haben uns die transportierten Gefühle zur Nominierung bewegt. Leider ist diese Schönheit der Kunstwerke unmittelbar gekoppelt mit einer Traurigkeit - der Traurigkeit von Ausrottung von Tieren und der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen - für uns "Kunst mit Charakter" die uns nicht nur mahnen soll, sondern uns auch zum Aktionismus bewegen sollte uns für bedrohte Tiere einzusetzen, denn eigentlich - wenn wir (als Menschheit) ehrlich zu uns selbst sind - haben wir zuoft weggeschaut...

„Das Tier ist die Jagdbeute, das Produktionsgut, das Unterlegene, der Begleiter, das Kuschelwesen. Tiere sind entweder wild oder werden vermenschlicht. Tiere sind aber nicht nur Objekte, sondern sie sind auch Individuen mit einer eigenen Seele. Tiere sind schützens- und achtenswert“, das sagt die Künstlerin selbst über ihr Schaffen.

Tiere sind nicht nur Objekte, sondern sie sind eigenständige Individuen mit einer eigenen Seele. Das will Sabine Sabine Koschier mit ihren Werken, die vorrangig mit ihrem bevorzugten Kunstmaterial, der Acrylfarbe, erstellt werden, vermitteln.

Ihre Bilder zeigen zumeist Tiere, die kurz vor der Ausrottung stehen. Auf allen ihren Bildern stellen die Lebewesen einen Blickkontakt mit dem Betrachter her. Sie werfen ihm einen tiefen Blick zu, der zu einem stillen Zwiegespräch aufrufen soll und unweigerlich zu der Frage nach dem „Warum?“ führt. Der direkte Blick leitet nicht nur eine nonverbale Kommunikation mit dem Betrachter ein, sondern stellt das Tier auch auf gleichberechtigte Ebene. Die Künstlerin legt dabei einen großen Wert auf eine realistische Darstellung. Die Aussagekraft ihrer Werke wird verstärkt durch intensive Farben. Sabine Koschier liegt bei ihren Gemälden viel daran, einen bestimmten Gefühlsausdruck zu vermitteln. So dienen ihr als Vorlage entweder entsprechenden Abbildungen oder aber sie versucht im Tierpark selbst eine Foto mit einem direkten Blick zu ergattern.

Doch nicht nur bedrohte Tierarten werden im „Endangered“ Zyklus abgebildet. Auch bedrohten Pflanzenarten hat sich die Künstlerin gewidmet.

Schon von frühester Kindheit an war die 1965 in München geborene Künstlerin von der Natur fasziniert. Und auch ihr künstlerisches Talent zeigte sich bereits in frühester Jugend. Nach einigen Semestern an der Ecole du Louvre in Paris kehrte Sabine Koschier in ihre Heimat zurück und entschloss sich zunächst dazu, sich einem soliden Berufsfeld zu widmen. Sie studierte Architektur. Doch statt nach dem erfolgreich absolvierten Studium sich auf das Häuserplanen zu konzentrieren, richtete die Künstlerin ihren Fokus auf Farbenlehre und Lichtgestaltung.

Als Projektarchitektin entwarf sie dabei die Wand- und Stützenverkleidungen sowie die leuchtende Farbgestaltung der Eingangsbereich und der Bahnsteigbereichs des U-Bahnhofs Candidplatz in München.

Doch ihre Liebe zu Natur und zur Tierwelt ließ sie bald wieder zu ihrer eigentlichen Leidenschaft zurückkehren: der Kunstmalerei. Besonders fasziniert ist Sabine Koschier dabei von den Affen, nicht nur, weil sie die nächsten Verwandten des Menschen sind, sondern auch, weil sie über ein Bewußtsein verfügen. Menschenaffen verfügen über die Fähigkeit, sich in andere Wesen mental hineinzuversetzen. Sie können in die Zukunft denken.

Eine Reise nach Borneo hat die Malerin Sabine Koschier tief beeindruckt. Dort werden die Urwälder für Landwirtschaftsflächen in massiver Weise zerstört. In einem der wenigen verbliebenen Rest-Paradiese des Regenwaldes hatte die Künstlerin ein Treffen mit Jacky, einer ausgewachsenen Orang-Utan-Dame. Ein Schlüsselerlebnis für die Künstlerin. Dieses Erlebnis hat sie auf Leinwand gebannt und auch in unzähligen weiteren Gemälden spiegelt sich die Vorliebe der Künstlerin zu sämtlichen Affenarten wie Schimpansen und Gorillas wider. „Mit meiner Kunst und meinen Büchern möchte ich an die Kraft und Schönheit, die uns die Natur schenkt, erinnern. Mein Herz schlägt für alle Arten, besonders für die bedrohten Tierarten und ganz besonders für die der Menschenaffen“, auf diese Weise schildert Sabine Koschier ihre Vorliebe selbst.

Neben den Affen sind es aber auch die sogenannten „Krafttiere“, die die Künstler mit Vorliebe als Vorlage für ihre Gemälde verwendet: Tiger, Geparden, Löwen, Bären, Elefanten oder auch Delphine.

Sabine Koschier vertritt dabei die Auffassung, dass jeder Mensch ein „Krafttier“ besitzt. Ein Wesen der Natur, das ihn nicht nur beschützt, sondern auch den richtigen Weg weisen. „Krafttiere schenken ihre Kraft, ihr Wissen und ihre Weisheit“, so die Künstlerin.

Doch Sabine Koschier widmet nicht nur ihre Gemälde bedrohten Tierarten. 2012 gründete sie den ALLERART Verlag, der sich auf liebevoll gestaltete Kunst-Bilderbücher, die Kindern die Schönheit der Natur näher bringen sollen, konzentriert. Im Oktober 2012 erscheint das Kunstbilderbuch „Jacky“. Das weiter oben bereits angesprochene Schlüsselerlebnis, das Treffen mit dem Orang Utan Jacky im Regenwald von Borneo, hat die Künstlerin in diesem liebevoll gestalteten Bilderbuch kinderfreundlich erfasst. Von jedem verkauften Buch geht 1 Euro als Spende an BOS-Deutschland eV. BORNEO ORANGUTAN SURVIVAL (BOS) ist die weltweit größte Primatenschutzorganisation, die sich für das Überleben der Orang-Utans auf Borneo einsetzt.

Zwar steht die Tierwelt im Vordergrund des Schaffens der Künstlerin, doch ist es nicht allein darauf beschränkt. Sabine Koschier widmet sich zudem der Porträtmalerei. Hier stehen vor allem bekannte Persönlichkeiten im Zentrum ihres Schaffens. Besonders bemerkenswert ist auch hier der Fokus auf den Blick. Wie auch bei Koschiers Tierabbildungen spielt auch bei ihren Porträts der Blick eine besondere Rolle. Ihre Porträts fasst sie unter dem Namen „V.I.P Lounge – sind wir nicht alle ein bisschen V.I.P.?“ zusammen: Im Vordergrund der Werke stehen dabei die Fragen: Was fasziniert uns an den Stars und Idolen unserer Zeit? Für was stehen

die, was uns an uns selbst fehlt? Kraft, Charisma, Mut, Geld...? Und die Antwort: Sind wir nicht alle V.I.P.???

Sabine Koschier nimmt auch Auftragsarbeiten entgegen. Ihrer Auffassung nach ist ein gemaltes Portrait weitaus mehr als nur die Kopie eines Fotos. In ihren Porträts setzt sie sich mit individuellen Gefühlen und Situation auseinander, die in der Malerei ihren Ausdruck finden sollen. Besonders großen Wert legt die Künstlerin, wie bei allen ihren Werken, auf den Blick. An diesem feilt sie stets in besonderem Maß, denn die Augen sind, so die Künstlerin, „das Fenster zur Seele“.

Sabine Koschiers Werke können in diesem Jahr noch in der Ausstellung „Das verlorene Paradies" in der Galerie im Alten Feuerwehrgerätehaus, Irlachstr. 5, 83043 Bad Aibling vom 26. Oktober bis 18. November 2012 betrachtet werden.

Koschiers Schaffen ist Kunst mit einer Mission. Gerade in der heutigen Zeit, in der unzählige Tierarten vom Aussterben bedroht sind, bringt sie durch ihre Kunst den Betrachter zum Nach- und vielleicht sogar zum Umdenken. Es besteht kein Zweifel, dass sie sich mit dieser Intention die Auszeichnung „Künstler des Monats“ mehr als verdient hat.

 

zur Online Kunstgalerie von Carlo Cazals

 

Sabine Koschier

Die Künstlerin Sabine Koschier

 


Wie immer haben wir 10 Fragen zusammengestellt, die wir dem Künstler gestellt haben, um einen Einblick in Ihr Wesen und Ihr Schaffen zu bekommen. Sabine Koschier war so freundlich uns ein Exklusiv-Interview zu geben, welches wir hier wiedergeben möchten:

1. Wie kamen Sie zur Malerei? (gab es ein Schlüsselerlebnis oder ist es Ihnen ein inneres Bedürfnis. Seit wann malen Sie)
Schon als Kind und Jugendliche habe ich bereits stundenlang gezeichnet und gemalt (besonders wenn ich Hausaufgaben machen sollte) und habe zur Aufbesserung des Taschengeldes Auftragszeichnungen für Klassenkameraden erstellt, für 50 Pfennig das Stück.

2. Welchen Stellenwert nimmt die Kunst in Ihrem Leben ein? Malen Sie eher für Sich oder für Andere?
Ich male jeden Tag (außer am Wochenende). Ich habe Projekte und viele Ideen, und nicht genügend Zeit

3. Welche Inspiration brauchen Sie beim Malen? (Malen Sie aus einer Stimmung, einer Situation oder einem Erlebnis heraus)
Es ist mir ein großes Bedürfnis mit meinen Bildern etwas mitzuteilen: Respekt vor dem Leben... dieses Bedürfnis habe ich ständig.

4. In welcher Stilrichtung würden sie ihre Kunstwerke ansiedeln und was beutetet diese Ausdrucksart für Sie?
Gegenständliche Malerei. Sie ist für mich derzeit das geeignetste Mittel um mich auszudrücken.

5. Wie entwickeln sie Ihre Motive? Erzählen sie uns bitte etwas über den Entstehungsprozess und die Auswahl ihrer Motive.
Aus Gesprächen, aktuellen Meldungen oder Erlebnissen heraus taucht ein Bild in meinem Kopf auf. Ich schlafe ein paarmal darüber, und das Bild konkretisiert sich. Nun versuche ich Fotos zu schiessen, die diesem Bild entgegenkommen oder die Stimmung wiederspiegeln. Zum Teil muss ich auf Fotos in Zeitschriften oder Büchern zurückgreifen - wenn der Protagonist nicht greifbar ist. Ich habe so ständig ein paar dieser Projektbilder gleichzeitig im Kopf und im Entstehen.
Dann beginnt die Malerei auf der Leinwand, kollagenartig aus den Vorlagen und entwickelt im Prozess die Farbigkeit die den Grundgedanken noch unterstreicht. Manchmal werde ich wütend, wenn das Bild einfach nicht so werden will wie das fertige Bild vor meinem inneren Auge. Es ist also kein besonders impulsiver Prozess.

6. Können Sie uns die verwendete Maltechnik und Farbauswahl Ihrer Kunstwerke näherbringen?
Vorzeichnung, Untermalung, viele Schichten in Acryl auf Leinwand

7. Was unterscheidet Ihre Kunst / Techniken von anderen Künstlern?
Ich arbeite sehr kopflastig und wenig impulsiv

8. Welches Ihrer eigenen Kunstwerke bedeutet Ihnen persönlich am Meisten und warum?
Ein Portrait meiner Tochter, weil es so wunderbar ihre Wesensart wiederspiegelt.

9. Wenn Sie sich drei Kunstwerke aller Museen dieser Welt für Ihre Räumlichkeiten / Wohnung aussuchen könnten - welche wären es?
1. Le bassin aux nymphèas, von Claude Monet, 2. Pan im Schilf, von Arnold Böcklin, 3. La main de dieu, Auguste Rodin

10. Wo, wann und wie kann man Ihre Kunst besichtigen? (Gibt es aktuelle Ausstellungen)
Einzelausstellung: "Das verlorene Paradies" vom 21.Oktober - 18.November 2012 beim Kunstverein Bad Aibling, Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus, Irlachstraße 5, 83043 Bad Aibling, www.kunstverein-bad-aibling.de


Hier sehen Sie einen Auszug von Kunstwerken, die uns besonders angesprochen haben.

1. Kunstwerk - Think about:

Think about

 


2. Kunstwerk - Jacky:

 

Jacky

 


3. Kunstwerk - Mutterliebe:

Mutterliebe

 Mutterliebe


 

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