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Künstler des Monats Dezember 2012 Annelie Jagenholz

Verfasst von Ivo Haarmann am Sonntag, 25 November 2012. Veröffentlicht in Künstler des Monats

Jeden Monat küren wir einen herausragenden Künstler - diesmal: Annelie Jagenholz

Künstler des Monats Dezember 2012 Annelie Jagenholz

Nach einer eingehenden und ausführlichen Betrachtung Ihresr Werke, haben wir uns dazu entschlossen, Annelie Jagenholz zum Künstler des Monats Dezember zu küren. Wir freuen uns Ihnen unsere Künstlerin des Monats Dezember vorstellen zu dürfen: Annelie Jagenholz (weitere Beschreibungen folgen in Kürze).

 

zur Online Kunstgalerie von Annelie Jagenholz

 

Annelie Jagenholz

Die Künstlerin Annelie Jagenholz

 


Wie immer haben wir Fragen zusammengestellt, die wir dem Künstler gestellt haben, um einen Einblick in Ihr Wesen und Ihr Schaffen zu bekommen. Annelie Jagenholz war so freundlich uns ein Exklusiv-Interview zu geben, welches wir hier wiedergeben möchten:

1. Wie kamst Du zur Kunst / Malerei (gab es ein Schlüsselerlebnis oder ist es ein inneres Bedürfnis von Dir)?
 
Zur Kunst bin ich nie gekommen, sie ist zu mir gekommen. Ich habe schon gemalt, bevor ich mir meiner Leidenschaft zur Kunst bewusst wurde oder mich für die großen Kunstwerke interessierte. Die Malerei und das Zeichnen war für mich immer eine Möglichkeit, meinen Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen, sie auch zu kompensieren. Irgendwann nahm ich das alles dann ernster und befasste mich intensiver mit verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten, die das Innere meiner Gedanken nach außen transportieren konnten.
Mittlerweile ist all das eine Art freie Kunst geworden. Frei auch im Sinne, mich nicht von Form und Stil leiten zu lassen, sondern immer weiter zu probieren, Gedanken auf der Leinwand heranwachsen zu lassen, all das auszudrücken, was mir wichtig ist.
 
 
2. Welchen Stellenwert nimmt die Kunst in Deinem Leben ein?
 
Kunst bedeutet für mich Leben. Sie bestimmt im Grunde alles, was ich tue und bin. Kunst ist nicht nur der Knoten, den ich immer wieder aufs Neue lösen möchte, ohne ihn wie den gordischen zu zerteilen, sondern sie bestimmt auch, in welche Richtung ich mich selbst bewege. Ich lebe also nicht so sehr für die Kunst, sondern die Kunst zeigt mir, wohin ich gehen soll.
 
 
3. Malst Du eher für Dich oder für Andere?
 
Ich vertrete die Auffassung, dass ein Kunstwerk niemals darauf ausgerichtet sein sollte, einem bestimmten Publikum oder Markt gefallen zu müssen oder bestimmte Erwartungen zu erfüllen. In der Kunst finde ich alleine meine Art, mich auszudrücken. Ein Anderer oder dessen Geschmack, Richtungen und angesagte Bewegungen, Moden und Verkaufstaktiken haben für mich während des Schöpfungsprozesses keine Bedeutung.
Ich finde, eine bestimmte Idee formt sich irgendwo von alleine und sollte immer Ausdruck des Künstlers bleiben. Für mich liegt etwas Unaufrichtiges darin, das auf der Leinwand Entstehende an Interessen und Trends festzumachen oder in das Wort „Kunst“ etwas pressen zu wollen, das herkömmlichen Ansichten entspricht oder nur radikal genug ist, um diese über den Haufen zu werfen. Kunst muss leicht sein und schwerelos, aber tiefer gehen, dort, wo etwas verändert werden kann. Über das zu malende Bild hinaus führt nichts als die eigene Intention, die entweder Gefallen oder Nichtgefallen auslöst. Das allerdings liegt dann auch nicht mehr in der Hand des Künstlers.
 
4. Welche Inspiration brauchst Du beim Malen (malst Du eher aus einer Stimmung, einer Situation oder einem Erlebnis heraus)?
 
Ich lasse mich durch eine Stimmung leiten, wenn ich die Malerei meditativ nutze. Ich lasse mich durch Gedanken leiten, wenn ich etwas zum Ausdruck bringen möchte. Ich lasse mich durch Erlebnisse leiten, wenn sie mich bewegt oder beschäftigt haben und die Kunst mir eine Verarbeitung ermöglicht. Inspiration ergibt sich aus sehr vielen Bedingungen, so z. B. auch durch ein gutes Buch.
 
 
5. Wo, wann und wie kann man Deine Kunst besichtigen (planst Du Ausstellungen in Deutschland oder kommst du bald nach Deutschland, damit Interessierte Dich eventuell kontaktieren können)?
 
Kontaktieren kann man mich natürlich immer auch über meine Homepage. 2013 erscheint mein neuer Gedichtband „Wie Rauch“ beim deutschen Spielbergverlag, so dass ich für mehrere Lesungen nach Deutschland kommen werde. Eine Ausstellung ist dann vielleicht auch drin. Genaueres kann ich allerdings noch nicht sagen.
 
 
6. Stellst Du einen Unterschied der Kunstszene und der Kunstinteressierten in Deutschland und Griechenland fest? Wenn ja, was sind diese Deiner Meinung nach?
 
Die Kunstszene Griechenlands oder auch speziell Thessalonikis ist von ähnlich starken und kreativen Menschen geprägt wie in Deutschland. Die Möglichkeiten haben sich bedeutend erweitert, es gibt gute Kunstschulen und Galerien im Land.  Deutschland bietet in dieser Hinsicht allerdings doch mehr Spielraum. In Griechenland war bis Mitte der Siebziger keine großartige Auseinandersetzung mit der Kulturpolitik und Avantgarde machbar. Viele Künstler gingen auch ins Ausland, kehrten erst in den Achtzigern zurück, um eine neue Wirkungsstätte zu schaffen.
Auch jetzt bestimmen die Sparmaßnahmen die Lebensbedingungen der Menschen und wirken sich verheerend auf alles aus, schaffen neue Probleme, aber damit auch neue Protestaktionen und Ausdrucksmöglichkeiten. Die moderne Kunst in Griechenland war immer stark an Geschichte und Tradition gebunden, löst sich aber auch von diesem schweren Erbe, um eine direkte Auseinandersetzung mit der persönlichen und aktuellen Geschichte zuzulassen. Junge Künstler müssen vor allen Dingen der eindimensionale Kulturpolitik entgegenwirken und überholte Ideale und Vorurteile mit genügend Kunst überfluten. Wie in Deutschland wächst auch in Griechenland vor allen Dingen die Präsenz im Internet und schafft kulturelle Verbindungen und universellere Ausdrucksmöglichkeiten.
 
 
7. Welches Deiner eigenen Kunstwerke bedeutet Dir persönlich am meisten und warum?
 
Die Quintessenz meiner Kunst liegt für mich im Augenblick in den Bildern „Illusionen von Isolationen“ und „Geist, eingeschlossen in Geist“. Sie sind zu ganz verschiedenen Zeitpunkten entstanden. Das erste Bild 2005, das zweite 2010. An beiden, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen (nämlich dass der Mensch sein eigenes inneres Gefäß ist und die Isolation nur durch den Verstand empfindet, während sie gar nicht existiert, stattdessen alles miteinander verbunden ist) habe ich erkannt, dass Grundintentionen und Ahnungen in jedem Menschen auf eine gewisse Art und Weise längst vorhanden sind, bis man sich dann lange damit auseinandersetzt, Bücher wälzt, reifer wird, und im Grunde zum gleichen Ausgangspunkt und Ergebnis gelangt, nur, dass man all das dann endlich voll und ganz erfasst hat. Das war für mich eine interessante Erfahrung und dafür stehen beide Bilder.
 
 
8. Wenn Du Dir drei Kunstwerke aller Museen dieser Welt für Deine eigene Wohnung aussuchen könntest - welche wären es?
 
Ich habe viel zu viel Ehrfurcht vor den großen Werken der Kunst, als dass ich sie jemals in meiner eigenen Wohnung aufhängen würde. Ich bestaune sie lieber dort, wo sie hängen. :-) 
 
 
9. Was unterscheidet Dich / Deine Kunst / Techniken von anderen Künstlern?
 
Ich empfinde mich nicht so sehr als Künstler, sondern als die Metamorphose eines Künstlers, der danach strebt, frei und unabhängig seinen eigenen Weg zu gehen, ohne durch Trends und Markt bestimmt zu sein. Diesen gehe ich konsequent, vielleicht unterscheidet mich das.



Hier sehen Sie einen Auszug von Kunstwerken, die uns besonders angesprochen haben.

1. Kunstwerk - Baum an Auferstehungen:

Baum-an-Auferstehungen

 


2. Kunstwerk - Akt II:

 

akt II

 


3. Kunstwerk - Rauch:

Rauch

 


 

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Kommentare (1)

  • Alexander Schöndeling

    Alexander Schöndeling

    26 Dezember 2012 um 16:02 |
    Fantastische Werke, Annelie ...toll! weiter so :-)

    antworten

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