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Digitale Kunst

Verfasst von Ivo Haarmann am Samstag, 01 Dezember 2012. Veröffentlicht in Kunststile

Der Kunststil Digitale Kunst

Digitale Kunst

Kunst unterliegt einem steten Wandel und passt sich auch immer wieder den technischen Gegebenheiten an. Immer neue Kunstrichtungen entstehen, die immer neue Kunstwerke hervorbringen, die es schaffen, Kunstliebhaber von sich zu überzeugen. Dazu gehört auch der Stil der digitalen Kunst.

 

Digitale Kunst

 

Die Geschichte der digitalen Kunst

Digitale Kunst, oft auch einfach als Digitalkunst bezeichnet, steht für Kunst, die digital am Computer entstanden ist. Eingeführt wurde der Begriff der digitalen Kunst in den 1990er Jahren. Es handelt sich somit um eine sehr junge Form der Kunst. Die ersten PC's, die durch spezielle Grafiksoftware erweitert wurden und so zum Malen und Gestalten genutzt werden konnten, riefen die ersten Versuche ins Leben, den Computer auch als künstlerisches Medium zu nutzen. Das Internet diente als passende Plattform, um die entstandene digitale Kunst auch präsentieren zu können.

Was die digitale Kunst ausmacht

Unterschieden wird bei der digitalen Kunst zwischen computergenerierter Kunst, der die digitale Bildkunst, die digitale Musik sowie die GFX-Grafik zugeordnet wird, sowie dem Gebiet der medialen digitalen Kunst, die die Netzkunst, die Softwarekunst, die virtuelle Realität, die digitale Poesie und die interaktive Installation beinhaltet. Die digitale Kunst besteht aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Vorgehensweisen, um Kunstwerke zu schaffen. So gibt es Photopaintings, Vektorgrafik, 3D-Bilder oder auch Mathematische Kunst. Genutzt werden dazu Foto-Bearbeitungsprogramme wie z.B. Photoshop von Adobe, 3D-Programme wie Poser oder Raydream. Digitale Kunst verfügt stets über eine sehr intensive Farbigkeit. Diese rührt daher, dass ein Computer nur reine Farbflächen erzeugt, da kein Träger wie Papier oder Leinwand vorhanden ist, mit dem sich die Farben vermischen könnten. Photopaintings setzen als Basis ein Foto oder auch eine eingescannte Skizze voraus. Mittels Filter, Malerprogrammen und sonstiger digitaler Manipulation werden die Bilder dann bearbeitet, bis die gewünschte Veränderung erreicht ist. 3-D Programme dagegen ermöglichen es, fotorealistische Szenen zu gestalten, zu beleuchten und zu fotografieren. Der 3-dimensionale Raum muss jeweils in ein 2-dimensionales Bild umgerechnet werden um das fertige Kunstwerk zu erhalten.

Bei Vektorgrafiken liegen sogenannte Bezier-Kurven vor zum Zeichnen. Als Ergebnis entstehen stets pixelfreie Striche und Flächen. Vektorgrafiken finden ihre Hauptanwendung in der Schriftgestaltung, Illustration oder auch bei Comics. Immer dort, wo es auf grafisch-gestalterische Arbeiten ankommt.

Digitale Kunst in ihrer reinsten Form lässt sich dagegen bei der mathematischen Kunst finden. Sie ist völlig von der Verwendung eines Computers abhängig. Es werden dafür komplexe mathematische Formeln genutzt, um dynamische Formen zu generieren. Diese Formen, etwa Fraktale, werden abschließend koloriert und weiter digital bearbeitet. Entscheidet sich ein Künstler dagegen für die sogenannte Mixed Media, verwendet er gleich mehrere der genannten Arbeitsweisen und vereint diese zu einem harmonischen Projekt.

Digitale Kunst ist in erster Linie am Computerbildschirm darstellbar. Dadurch lässt sie sich sehr gut im Internet verbreiten. Es gibt die Kunstwerke jedoch auch als Digitaldruck, etwa auf Spezialfolie, auf Kunstdruckpapier oder auch auf einer Künstlerleinwand. Dadurch werden sie zu realen Kunstwerken, die von Kunstliebhabern auch gesammelt werden können. Dies hat zudem einen weiteren entscheidenden Vorteil. Kunst ist bisher in Museen zu finden, handelt es sich um Bilder, oder auch festgehalten in Büchern, sollte es sich um geschriebene Kunst handeln. Im Falle der digitalen Kunst wird es durch den technologischen Fortschritt jedoch schwer gemacht, aktuelle Arbeiten zu konservieren. Dies liegt u.a. an der rapiden Weiterentwicklung der Speichermedien. Zudem gibt es digitale Kunstwerke, die über eine solche Komplexität verfügen, dass von vorneherein eine Archivierung unmöglich gemacht wird. Die Konservierung digitaler Kunstwerke stellt somit eine ganze Bandbreite neuer Herausforderungen, denn die Faszination und Möglichkeiten, die das Medium Computer den Künstlern bietet, werden weiterhin dafür sorgen, dass digitale Kunst einen festen Platz neben traditionellen Medien findet. Digitale Kunst wartet mit immer neuen Erscheinungsformen auf und bietet so eine schier unerschöpfliche Bandbreite an Möglichkeiten, dem eigenen künstlerischen Schöpfen Ausdruck zu verleihen.

Typische Merkmale für digitale Kunst

Digitale Kunst hat als Grundlage digital kodierte Informationen. Diese wird am PC digital verarbeitet und künstlerisch verwendbar präsentiert. Die Informationen werden etwa durch Scanner und Tastatur oder auch Messgeräte digitalisiert. Digitale Kunst wird dabei unterteilt in rein digitale Werke, binäre Dateien sowie ihre hörbare und sichtbare Repräsentation.

Digitale Kunst im engeren Sinne liegt dabei vor, wenn die Werke in digital kodierter und gespeicherter Form, etwa als Bilddateien, Algorithmen, Hypertexte oder auch ausführbare Programme gegeben sind. In einigen Fällen fallen die digitalen Vorgänge sogar selbst unter den Begriff des eigentlichen Kunstwerkes.

Digitale Kunst hat den Vorteil, dass mittels Hardware und Software die Darstellung durch den Künstler beeinflusst werden kann. Eine spontane Gestaltung ist dann möglich, wenn mit Software gearbeitet wird, die bei Veränderungen von einzelnen Variablen zu nicht exakt vorhersehbaren Resultaten führt.

Künstler der digitalen Kunst

Der britische Maler, Bildhauer und Videokünstler Julian Opie wird für seine digitale Bildkunst sehr geschätzt. Diese besteht aus bewegten digitalen Großformaten. Dazu werden auf überdimensionalen Flachbildschirmen digital gezeichnete Menschen oder Landschaften in fließender Bewegung gezeigt.

Zu den weiteren Künstlern, deren Schwerpunkt jeweils auf der digitalen Kunst liegt, gehören Dani Dado, Helmut Englisch, Gudrun Hoffbauer und Carsten von Feßler. Visionäre, die bereits vor 50 Jahren begonnen haben, sich in dieser Richtung mit dem PC zu beschäftigen sind zudem Vera Molnar und Manfred Mohr. Beide wurden auch für ihr Lebenswerk vom DDAA ausgezeichnet, dem Dam Digital Art Award. Dieser Kunstpreis wird als wichtiger internationaler Preis zur Würdigung von außergewöhnlichen Leistungen im Bereich der digitalen Kunst angesehen.

Die digitale Kunst heute

Digitale Kunst wird gerne als die neue Kunst des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Sie bietet willkommene Möglichkeiten, eine künstlerische Gestaltung durch eine harmonische Verbindung von Farbe und Computertechnik einzugehen. Heute ist es ein leichtes, 2- und 3- dimensionale Bilder aller Art herzustellen. Diese können sogar um zeitliche Dimensionen erweitert werden, dadurch kann digitale Kunst in Videokunst gewandelt werden.

Ehemals traditionelle Kunstgattungen werden mit Hilfe des Computers als Werkzeug weiterentwickelt. Druck, Malerei oder auch Fotografie, die als Bereiche der Bildkunst bisher analog ausgeführt wurden, sind nun digital.  Es haben sich einige Institutionen gegründet, die die digitale Kunst in der heutigen Zeit vertreten und einem breiten Publikum näher bringen. So gibt es die Ars Electronica, die ein jährlich stattfindendes Festival ist, auf dem es um die Präsentation und Förderung von Kunst in enger Verbindung mit (digitaler) Technologie und gesellschaftlichen Fragestellungen geht. Die Ars Electronica findet in Linz statt. Zudem gibt es u.a. auch das iMal. Darunter ist ein Center für digitale Kulturen und Technologie in Brüssel zu verstehen.

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Kommentare (1)

  • Mike

    Mike

    26 Juli 2018 um 10:24 |
    Moin,

    sehr netter und hilfreicher Text. Ich finde es super, dass es endlich durch das Internet auch Portale und Plattformen in diesem Bereich gibt. Meine Tochter bspw. verkauft Kunstwerke, die sie während ihres Studiums fertig und kann dadurch besser leben. Das macht sie auch komplett durch das Internet und bei so einer Plattform: https://jakira.de/information/kunst-online-verkaufen ist doch klasse, dass junge Künstler solch eine Chance geboten bekommen. Dort gibt es auch noch viele mehr und ich kann es nur positiv begrüßen.

    Mike

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