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Kunstausstellung selbst organisieren und durchführen

Verfasst von Ivo Haarmann am Sonntag, 23 Juni 2013. Veröffentlicht in Aktuelles über Künstler

Hier erfahren Sie welcher Aspekte bei der Organisation einer eigenen Kunstausstellung eine Rolle spielen

Eine Kunstausstellung selbst erfolgreich organisieren

Jeder Künstler wird in seiner Laufbahn einmal an dem Punkt ankommen, an dem er oder sie seine Werke in einer eigenen Ausstellung ausstellen möchte. Dass die Organisation einer eigenen Kunstausstellung gar nicht so schwierig ist, soll der folgende Artikel aufzeigen und als Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Organisation einer eigenen Ausstellung dienen.

Warum sollte ich eine Kunstausstellung machen?

Jeder Künstler hat verschiedene Motive für die Planung einer Kunstausstellung. Der Hauptgrund für die meisten Künstler ist es jedoch, die eigenen Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren und gegebenenfalls Käufer für seine Bilder, Skulpturen, Fotografien etc. zu finden. Darüber hinaus gibt es Kunstausstellungen, die einen tieferen Sinn haben und auf, z.B. Missstände in der Gesellschaft oder ein aktuelles politisches Problem, aufmerksam machen wollen. Je nachdem, was der Künstler mit seiner Ausstellung erreichen sollte, sollte auch die Planung der Kunstausstellung entsprechend erfolgen.

Der richtige Ort für eine Kunstausstellung

Je nach dem Motto und Zweck der Kunstausstellung, sollte sich der Künstler überlegen, welcher Platz am geeignetsten für die Ausstellung ist. So ist beispielsweise eine Kunstausstellung mit Aktmalerei direkt neben einer Schule oder einem Kindergarten nicht unbedingt die beste Wahl. Auch sollte man Taktlosigkeiten vermeiden, wie etwa Fotos von Friedhöfen in Altersheimen auszustellen. Der Erfolg einer solchen Ausstellung wird sich dann dementsprechend auch in Grenzen halten. Man sollte sich also überlegen, welches Publikum man mit seinen Werken ansprechen und erreichen möchte.

Die Vorbereitung einer Kunstausstellung

Wenn man ein Motiv für die Kunstausstellung hat und auch weiß, welcher Zielgruppe man seine Werke präsentieren möchte, dann erfolgt als nächster Schritt die Suche nach einem geeigneten Ausstellungsraum. Die Räumlichkeiten sind, wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, abhängig von der jeweiligen Zielgruppe. Wer als aufstrebender Künstler nicht das Budget hat, eigene Räumlichkeiten anzumieten, der hat verschiedene Möglichkeiten, seine Werke kostenlos einem breiten Publikum zu präsentieren. So eignen sich z.B. Cafés und Restaurants, Wartezimmer bei Ärzten oder anderen Einrichtungen oder Verkaufsräume von Produkten,  die thematisch zur eigenen Kunst passen. Wenn man als Künstler also diese kostenlosen Möglichkeiten nutzen möchte, dann muss man den Eigentümer von den Vorteilen einer Ausstellung überzeugen.
Gute Argumente sind u.a.:

•    eine kostenlose Verschönerung der kahlen Wände und/oder Räume
•    eine durch Werbung seitens des Künstlers Bekanntmachung der Institution
•    zusätzliche Besucher, da sich viele Leute für die Ausstellung interessieren
•    eventuelle Mehreinnahmen durch die Ausstellungsbesucher


Die besten Werke für die Kunstausstellung auswählen

Hat man eine geeignete Räumlichkeit gefunden, ist der nächste Schritt, die passenden Werke für die Kunstausstellung auszuwählen und vorzubereiten. Wie man die Werke präsentiert, richtet sich hier vorrangig nach dem eigenen Geschmack und natürlich auch nach dem vorhandenen Budget. Wichtig ist, dass die ausgewählten Bilder ein rundes Gesamtbild abgeben und zum Thema der Ausstellung einen Bezug haben. Um dies zu erreichen sind hier ein paar Tipps:

•    Die Kunstwerke bzw. Exponate sollten nach Möglichkeit einen einheitlichen Rahmen haben.
•    Ein abgestimmtes Passepartout-Konzept sollte gewählt werden
•    Die Werke sollten nach Thema, Farbgestaltung oder Format ausgewählt werden

Weiterhin sollte man folgende Punkte beachten, damit die Ausstellung zu einem Erfolg wird:
•    Wer platziert die Exponate?
•    Wegweiser für die Besucher angebringen, damit die Exponate in einer besonderen Reihenfolge betrachten werden
•    Wie sind die Lichtverhältnisse?
•    Welche Beleuchtung ist vorhanden und genügt diese den Ansprüchen?
•    Sind die Werke ordentlich nummeriert und liegen Preislisten aus?
•    Ist die Beschreibung der Objekte nur auf Deutsch oder auch auf Englisch (und ggf. in anderen Sprachen)?

Kunstwerke und Fotografien einen passenden Rahmen geben

Künstler, die ihre Bilder oder Fotografien ausstellen möchten, sollten auf einen Rahmen nicht verzichten, da dieser dem Ganzen Professionalität verleiht. Dabei ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks und der eigenen Finanzen, ob man einen einfachen Rahmen wählt oder ein aufwändigeres Passepartout-Konzept. Letzteres fokussiert den Blick des Betrachters noch einmal mehr auf das Bild, da ein Passepartout für die nötige Ruhe um das Bild herum sorgt und der Betrachter nicht abgelenkt wird.

Die Vernissage

Nach all den Vorbereitungen und Planungen, kommt dann endlich der Tag der Ausstellungseröffnung – die sogenannte Vernissage. Dabei handelt es sich um eine offizielle Veranstaltung, bei der man in der Regel Bekannte, Verwandte, Presse, Fotografen und (befreundete) Künstler einlädt. Je nach Budget sollten auch kleine Snacks und Getränke bereit stehen. Weiterhin sollte man als Veranstalter bei einem solchen Event immer um das Wohl der Gäste besorgt sein und mit soviel Leuten wie nur möglich Konversation betreiben. Für eine erfolgreiche Vernissage gibt es im folgenden eine Checkliste, die der Künstler abarbeiten sollte:

•    Wer ist der Organisator der Vernissage?
•    Wer kommt für die Kosten von Speisen und Getränken auf?
•    Falls der Künstler für Organisation der Vernissage zuständig ist, sollte dieser folgende Details klären: Tische organisieren, Tischdecken  (Stoff oder Papier), Gläser, Besteck, Teller, Snacks (süß, herzhaft oder beides), alkoholische und alkoholfreie Getränke (Wasser, Saft, Bier, Wein etc.)
•    Wer empfängt und begrüßt die Gäste? Oder gibt es einen gemeinsamen Empfang zu einer festgelegten Zeit?
•    Erhält jeder Besucher ein Getränk am Empfang?
•    Gibt es ein Gästebuch?
•    Gibt es einen separaten Raum in dem etwaige Verkäufe von Exponaten getätigt werden können?   
•    Sollte der Künstler nur bei der Vernissage anwesend sein oder den ganzen Ausstellungszeitraum?
•    Gibt es einen Ausstellungskatalog?
•    Hält der Künstler einen Vortrag über seinen Werdegang oder ähnliches?
•    Gibt es eine musikalische Performance?
•    Wer schreibt die Pressetexte?  

Die Finissage

Bei einigen Ausstellungen, die besonders erfolgreich waren oder die über einen längeren Zeitraum liefen, wird auch gern eine Abschlussveranstaltung, eine Finissage, organisiert. Eine Finissage eignet sich besonders dann, wenn wichtige Gäste nicht zur Vernissage erscheinen konnten und so die Möglichkeit haben, der Abschlussveranstaltung beizuwohnen. Der Umfang einer Finissage ist meist jedoch kleiner als der einer Vernissage.

Die Nachbereitung der Kunstausstellung

Wenn die Kunstausstellung, mit hoffentlich großem Erfolg, beendet wurde, geht es an die Nachbereitung selbiger. Die Exponate, die nicht im Zuge der Ausstellung verkauft wurden, werden abgehängt, die Rahmen und weitere Dekoration geputzt und für die nächste Kunstausstellung wieder ordentlich eingelagert. Visitenkarten von interessierten Käufern und anderen Künstlern sollte man sorgfältig aufbewahren, da für einen Künstler Kontakte das A und O sind.

Kunstausstellung selbst organisieren

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